5 km lange Druckrohrleitung
Druckleitung verbindet jetzt Marcardsmoor mit dem Klärwerk
Leitung stabilisiert die Kosten der Schmutzwasserentsorgung für alle Wiesmoorer Bürger
Wiesmoor. Marcardsmoor ist jetzt über eine fünf Kilometer lange Druckrohrleitung an die zentrale Wiesmoorer Kläranlage angeschlossen. Die Leitung erhöht nach Aussage des technischen Bauamtes die Entsorgungssicherheit, erlaubt den Anschluss neuer Baugebiete und stabilisiert die Kosten der Schmutzwasserentsorgung für alle Wiesmoorer Bürger. Seit Dezember ist die Leitung in Betrieb, Mitte Februar hat EWE-Wasser die Entsorgung der Ortschaft auch offiziell an die Stadt übergeben.
Bislang wurde das Abwasser der Ortschaft in einer lokalen Kläranlage gereinigt, die vor knapp 30 Jahren als Modellprojekt von Bohlen & Doyen gebaut worden war. Das Wiesmoorer Unternehmen wollte damals in den Markt für Kleinkläranlagen einsteigen; eine ähnliche Anlage gab es in Brandenburg, doch mehr Nachfrage gab es dann nicht. Betreiber der Anlage war EWE.
Nach Aussage von Fachgruppenleiter Dietmar Schoon hat die Bohlen & Doyen-Anlage gut gearbeitet. Nun sei sie jedoch in die Jahre gekommen und wäre nur mit hohen Kosten nicht nur zu sanieren, sondern auch auszubauen gewesen. Bei starken Regenfälle mit viel Fremdwasser reiche die Anlage nicht mehr aus; die Stadt habe deshalb schon Abwasser mit Güllefässern von Marcardsmoor zum städtischen Klärwerk transportieren müssen. Und auch für die geplanten neuen Baugebiete in Marcardsmoor wäre die alte Anlage zu klein gewesen. Die Druckrohrleitung war deutlich preiswerter. Man sei deshalb mit der EWE auf gutem Wege übereingekommen, den ohnhin nicht mehr lange laufenden Vertrag zu kündigen.
Über die Druckrohrleitung wird das Schmutzwasser von rund 300 Personen zum Wiesmoorer Klärwerk gefördert. Da Klärwerk Wiesmoor ist ausreichend groß dimensioniert, um auch diese Schmutzlast zu reinigen. Für den notwendigen Druck in der 10 Zentimeter dicken Leitung (Innenmaß) sorgen zwei Schmutzwasserpumpen am Bootsweg in Marcardsmoor. Weitere Bürger anzuschließen, sei überhaupt kein Problem, sagte Schoon. Je mehr Abwasser Richtung Wiesmoor gehe, um so leichter sei der Druck aufzubauen, der dafür sorge, dass das Abwasser nur kurz in der Leitung bleibe und nicht anfange zu faulen.

